Der folgende Beitrag wurde mir durch eine Leserin zugesandt. Ihre Anregung dazu fand sie durch ein Video von Domuitio Germaniae.
Der Kurze
Wenn man die aktuellen kulturpolitischen Debatten, Veröffentlichungen oder Stellungnahmen ein wenig mitverfolgt, so stellt man fest, daß die Frage nach der deutschen Kultur, des „Was ist deutsch?“ oder der sogenannten „Leitkultur“ immer wieder ein hoch brisantes Thema ist. Kein Wunder, wird doch gerade das Experiment durchgeführt, die mono-ethnische und mono-kulturelle „Demokratie“ in eine multi-ethnische umzuwandeln, wie uns Yascha Mounk jüngst in den Tagesthemen offengelegt hat.
Zu einer breiten öffentlichen Diskussion über den Begriff „deutsche Leitkultur“ kam es im Jahr 2000 als Friedrich Merz in der „Welt“ am 25. Oktober 2000 Regeln für Einwanderung und Integration als freiheitlich-demokratische deutsche Leitkultur forderte und sich gleichzeitig gegen Multikulturalismus wandte.
Den vorläufigen Gipfel der Diskussion erreichte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoğuz (SPD) im Mai 2017 mit ihrer Aussage: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht zu identifizieren.“ Das bedeutet nichts anderes als: „Es gibt gar keine deutsche Kultur!“
Im Juni 2017 legte die Bundeskanzlerin Angela Merkel nach und ließ, ausgerechnet in der Bild-Zeitung, ihr Verständnis über die Frage des „Was ist deutsch?“ veröffentlichen. Während Persönlichkeiten der deutschen Geschichte wie Goethe, Schiller, Kant, Schopenhauer, Bismarck, Beethoven, Mozart, Bach (um nur einige zu nennen) keinen Eingang in Merkels Liste fanden, nennt sie zusammenhanglos lediglich eine Liste von Schlagworten wie „Bratwurst“, „Dialekt“ oder „Ehrenamt“.
Was ist dies doch für eine enttäuschende, seelenlose Äußerung zu einer so großen Frage im Vergleich zu folgendem Zitat unseres letzten Reichskanzlers Adolf Hitler:
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„Der kostbarste Besitz auf dieser Welt aber ist das eigene Volk. Und für dieses Volk und um dieses Volk wollen wir ringen und wollen wir kämpfen und NIEMALS erlahmen und NIEMALS ermüden und NIEMALS verzagen und NIEMALS verzweifeln.“
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Es sind aber nicht nur unsere Politiker, die sich zu solch nachdenkenswerten Äußerungen hinreißen lassen. Es sind zunehmend auch unsere kulturellen Einrichtungen, Organisationen und Wissenschaftsvertreter, die sich mit der Frage nach der deutschen Kultur und des Deutschseins an sich beschäftigen. So ließ der Spitzenverband der deutschen Kulturverbände, der Deutsche Kulturrat, im Januar 2018 in seiner Zeitung „Politik & Kultur“ auf Seite 5 unter der Überschrift „Was ist deutsch?“ verkünden, daß nicht allein, das, was Herr oder Frau Prof. Deutschmichel als „deutsch“ definieren, ausschlaggebend sei, sondern, die „oberste Leitkultur“ müsse „das Humanum“ sein. Formalistisch definiert seien damit die Menschen- oder Bürgerrechte oder die Sicherung des Staates gemeint. Überhaupt müsse man „das Manipulative im Definitorischen“ (!) erkennen, „wenn man Mündigkeit der Deutschen, Engländer, Franzosen“ haben wolle.
Das Goethe-Institut, welches u.a. die Aufgabe hat, „ein umfassendes, aktuelles Deutschlandbild zu vermitteln“, läßt von seinem Präsidenten Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann verlautbaren, „Deutsche Musik“ sei keine Frage der Herkunft, sondern der Sozialisation (!) im deutschen kulturellen Diskurs (Vortrag Klaus-Dieter Lehmann: „Was ist deutsche Kultur?“ 17. November 2014)
Der Deutsche Musikrat, der Dachverband der deutschen Musikverbände, folgt ebenfalls dem aktuellen Narrativ und veröffentlichte 2018 das Themenheft „Musik und „Deutsch““, daß auf seiner Seite 7 die „Emphase auf die Dichter und Denker in den Kontroversen um die „Leitkultur““ als ein Klima beschreibt, in welchem Besitzansprüche, Marginalisierung und Diskriminierung gedeihen würden. Selbstentlarvend wird allerdings darin auch beschrieben (S. 9), wie man sich in der Nachkriegszeit aus Gründen der „Überstrapazierung der „deutschen Seele““ in der Musik von dieser abzuwenden versucht habe und sich stattdessen Kunstwerke schuf, die sich über „Materialität und Proportionierung“ zu definieren suchten, wobei der Begriff des Emotionalen neu gefasst worden sei.
Aber hatten wir nicht weiter oben, insbes. aus der Verlautbarung der Bundeskanzlerin Merkel festgestellt, daß der Hinweis auf unsere großen Dichter und Denker im Zusammenhang mit der Frage „Was ist deutsch?“ völlig ausgespart wurde? Ist es nicht eher so, daß nicht wir selbst, sondern Persönlichkeiten anderer Völker viel mehr über das uns Wesenseigene geschrieben haben? Von dem Rabbiner Eli Ravage ist z.B. folgendes Zitat überliefert: „Bei eurem Streifen über die Hügel und durch die Täler kamt ihr zum Nachdenken über das Wunder und das Geheimnis des Lebens. So legtet ihr die Grundlagen zu Naturwissenschaft und Philosophie. Ihr hattet eine edle sinnliche Kultur, nicht verdorben durch den Stachel eines sozialen Gewissens oder durch sentimentales Getue über menschliche Gleichheit. Wer weiß, welch großartige, ruhmreiche Bestimmung euch erwartete, wenn wir euch in Ruhe gelassen hätten. …“
In jüngerer Zeit ist es ein Engländer, Peter Watson, der ein Buch mit dem Titel „Der deutsche Genius“ veröffentlicht hat. Klaus Steffen kommentiert es wie folgt: „Schon bei erster Durchsicht muß man zutiefst dankbar sein, daß dieses Buch von einem Engländer geschrieben wurde. Käme dergleichen aus deutscher Feder, dann stünden die Kübel voller Jauche und Häme längst bereit, um darüber von hiesigen sogenannten Intellektuellen ausgegossen zu werden…“
Es ist eben nicht unsere Art, in Schwärmerei über unser Wesen und Schaffen auszubrechen, weil Bescheidenheit auch eine deutsche Tugend ist. Selbst Wagner’s Sinnen über die Frage „Was ist deutsch?“ blieb unvollendet, obwohl er sich viele Jahre mit dieser Frage beschäftigt hatte. Überliefert ist uns aus seinen Überlegungen z.B. der Satz „Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst will treiben.“ Zwar ließ sich Wagner zu einer Veröffentlichung seines unvollendeten Aufsatzes zu diesem Thema in den Bayreuther Blättern hinreißen, jedoch teilt er darin auch unmißverständlich mit, daß er die Arbeit an dieser Thematik irgendwann, enttäuscht über die Entwicklungen im Reiche, aufgegeben hat. Er schrieb: „Jedoch auch verschiedene andere Erfahrungen bewirkten, daß es mir allmählich im neuen »Reiche« sonderbar zu Mute wurde, so daß ich, als ich den letzten Band meiner gesammelten Schriften redigierte, wie dies oben schon von mir bemerkt ward, meinen Aufsatz über: »was ist deutsch?« fortzusetzen keine rechte Anregung finden konnte.“ (Deutsche Geschichte in Dokumenten und Bildern. Band 4. Reichsgründung: Bismarcks Deutschland 1866-1890 Richard Wagner, Was ist Deutsch? (1865/1878), S. 10)
Ganz anders dagegen der „Wagner-Experte“ und Germanist Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Borchmeyer. Er veröffentlichte 2017 ein Buch ebenfalls mit dem Titel „Was ist deutsch?“. Doch trotz des sagenhaften Umfanges von über 1.000 Seiten kommt dennoch ein Rezensent am 22.3.2017 in der TAZ nach der Lektüre des Mammutunternehmens zu dem Schluß, daß die Frage nach dem Wesen des Deutschen, ganz einfach nicht zu beantworten sei.
Einen ähnlichen Versuch über mehr als 500 Seiten unternahm Friederike Wißmann 2015 über „Deutsche Musik„, doch auch hier bemängelt ein Rezensent in der FAZ, die Studie „bleibe hinter dem aktuellen Forschungsstand zurück und gipfele schließlich in einer … unentschuldbaren Reihe faktischer Fehler.“
Wenn uns die Aussagen deutscher Politiker und deutscher Kulturverbände zur Frage nach der deutschen Kultur erschrecken und uns weder Wagner, noch Borchmeyer eine ausreichende Antwort auf diese Frage gebe können, wie können wir sie dann beantworten? Und warum sollten wir überhaupt eine Antwort auf diese Frage haben?
Die Frage nach dem „Warum?“ beantwortet uns sehr treffend Goethe:
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„Niemals darf ein Mensch, ein Volk wähnen, das Ende sei gekommen; Güterverlust läßt sich ersetzen; über anderen Verlust tröstet die Zeit; nur ein Übel ist unheilbar: wenn ein Volk sich selbst aufgibt.“
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Nur, wenn sich ein Volk über seine eigene Kultur, seine eigene Art und Kraftquelle bewußt ist, ist ein Übel heilbar. Nur die Selbsterkenntnis führt zu Selbstermächtigung und zum Willen, seine eigene Art zu schützen und zum Willen, nach seiner eigenen Art zu leben. Je deutlicher wir erkennen, daß man uns unsere deutsche Lebensart gegenwärtig versucht, wegzudiskutieren und wegzudefinieren, desto mehr sollten wir uns fragen, was sie eigentlich ist.
Eine wahrhaft meisterhafte Antwort auf die Frage „Was ist Deutsche Kultur?“ gibt uns hier Domuitio Germaniae. Bezeichnenderweise wurde sein YouTube Konto gekündigt.

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Herausgeber und Autoren
Der Große Wendig wird von Rolf Kosiek und Olaf Rose herausgegeben. Das Werk basiert auf der historischen Forschungsarbeit von Heinrich Wendig (deshalb auch der Name Der Große Wendig) und entstand unter der Mitwirkung von Fred Duswald, Götz Eberbach, Hans Flink, Edgar Forster, Philippe Gautier, Friedrich Georg, Wolfgang Hackert, Michael Klotz, Dankwart Kluge, Hans Meiser, Andreas Naumann, Claus Nordbruch, Friedrich Karl Pohl, Walter Post, Karl Richter, Detlev Rose, Günter Stübiger und Michael Winkler …
Quelle HIER
Das vorliegende Werk zeigt an Hunderten von belegten Einzelfällen der letzten 150 Jahre, wie es wirklich war. Es legt dar, wie und von wem die geschichtliche Wahrheit systematisch bis in die Gegenwart verfälscht und manipuliert wurde, wie die Geschichtsschreibung immer noch zu Lasten Deutschlands bewußt mißbraucht wird und was die Motive für die folgenschweren Verzerrungen sind:
+++ Band 1 +++ Band 2 +++ Band 3 +++ Band 4 +++ Band 5 +++
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Der Kurze


























